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Sonntag, 7. Oktober 2012

#011 Projekt vegan - 1

Ich hab's ja eigentlich nicht so mit diesen 100 Namenstagen etc., aber Weltvegetariertag und Weltveganertag haben zumindest dieses Jahr große Bedeutung. Zum Weltvegetariertag am 1.10. hab ich beschlossen, den letzten Schritt zum Veganer zu machen. Die "Verwandlung" soll am Weltveganertag, also am 1.11., zu Ende sein. Ab diesem Tag will und werde ich auf jeden Fall vegan leben. Nun bin ich nicht ganz unvorbereitet; seit 10 Jahren lebe ich vegetarisch und beschäftige mich mit den Menschen, Tieren und der Umwelt. Vor ca. 2 oder 3 Jahren habe ich mich erstmals enorm mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt, mich aber nicht dazu entschieden, vegan zu leben. Dieses Mal habe ich mich noch intensiver mit der Thematik beschäftigt, meine alten Broschüren und Kochbücher herausgekramt (in denen steht ja auch immer ein bisschen was extra drin) und 2 Bücher gekauft ("Ökokrieger" und "Anständig essen"). Die Bücher liebe ich beide und obwohl ich sehr infomiert bin, haben sie nochmal Überzeugungsarbeit geleistet.
Im laufenden Monat werde ich also meine noch vorhandene Milch irgendwie weitergeben (ich hab immer eine ganze Palette gekauft, wenn mich meine Mama mit dem Auto mit zum Einkaufen genommen hat) und mal durchschauen, was noch so alles "verbotenes" da ist. Sooo viel dürfte das eigentlich nicht sein, weil ich meine Nahrungsmittel extra "ausgehen" lasse, damit nichts überflüssig ist und nichts weggeworfen wird. Meine Wolle, die ich noch habe, werde ich allerdings nicht weggeben, falls ich noch tierische Wolle habe; die ist mir dann zu heilig. Und auch Klamotten, die Wollbestandteile haben, werde ich behalten - nur eben nichts Neues dazu kaufen. Generell hab ich seeehr viele Secondhand-Kleidungsstücke, deswegen seh ich das da bei mir persönlich nicht so eng. Ich denk, das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er/sie den kompletten Haushalt durchsucht, oder ob man sich eher dann und wann von Gegenständen trennt, wenn sie einem ins Auge fallen. Aber es wäre sicherlich spaßig, eine Liste zu machen, was alles nicht-vegan ist (also wirklich im strengesten Sinne, der mir denkbar ist) und sie gegebenenfalls abzuhaken :) Man braucht ja irgendeine Motivation, wenn man ein bisschen ängstlich ist. Und vielleicht erinnert sich der ein oder andere dann daran, dass er/sie auch noch was in der Abstellkammer hat, das er/sie nicht mehr dahaben will.
Und ich werd noch was schreiben zum Thema Haustierhaltung, das ist mir auch sehr wichtig.

Montag, 1. Oktober 2012

#008 Welt-Vegetariertag

So, heute ist der Welt-Vegetariertag. Zur Feier des Tages hab ich beschlossen, das noch aufzubrauchen, was so in meiner Vorratskammer steht und dann endgültig den Schritt zum Veganer zu wagen. Das fiel mir die letzten Jahre immer schwer. Ich hab zwar größtenteils auf Gelatine, Leder, Honig etc. verzichtet, aber eben doch nicht ganz. Honig im Winter für den Tee war immer sehr wichtig. Auf Leder habe ich (soweit es mir bewusst ist) ganz verzichtetet. Auf Gelatine nicht zu 100%, weil's dann und wann immer mal wieder solche Torten gab, in denen das drin war. Und was Milch und Eier betrifft, bin ich schon ein Sündiger. Ich verwende dieses Jahr vieeeel weniger Milch, als in den Jahren davor, aber für Kaba, Kuchen backen, Brot backen, Cornflakes hab ich sie immer benutzt. Und Eier, naja, auch viel seltener als zuvor. Aber beim Backen oder Überbacken nun mal auch. Dem soll nun ein Ende gesetzt werden.



Das könnte so manchen Fleischesser auch interessieren. Es ist erstaunlich, dass die "heiligen Eiweiße" doch auf so viel bessere Art und Weise zu sich genommen werden können, nicht wahr? ;)

Samstag, 29. September 2012

#005 Erkenntnis

"Veganer nerven. Sie sind wütend. Man versteht sie nicht. Aber nun verstehe ich sie doch. Sie sind so wütend, weil sie dieses Leid der Tiere sehen können. Weil sie Tag für Tag den Schmerz spüren, den dieses Wissen und Fühlen in einer Welt auslöst, die sich nicht um dass Leid der Tiere schert. Ich versuche, mich in einen Veganer hineinzuversetzen. Ich stelle mir vor, wie ich immer wieder den Verzicht auf Tier anmahne und dafür nur Spott und Häme ernte. Wie ich ausgelacht werde, weil ich Tiere vermenschlichen würde. Doch ein Veganer ist kein Romantiker. Er ist Realist. Er ist mehr Realist als wir. Wir sind die Romantiker, wir sind es, die an die heile Werbewelt glauben, an glückliche Tiere, an grüne Wiesen. Wir sind die wirklichen Träumer. Und nur weil 75 Millionen etwas Dummes für Richtig halten, wird es dadurch nicht schlauer. Ich wollte den Mythos vom veganen Bessermenschen entzaubern. Was ich wirklich entzaubert habe ist der Mythos von sauber
er Tierproduktion und heilem Tierkonsum. Veganer sind auch nur Menschen. Sie vertun sich genauso häufig im Ton wie andere. Doch ich verstehe auf einmal, daß es ihnen gar nicht darum geht, sich über andere zu stellen und den Bessermenschen raushängen zu lassen. Sie werden nur so verstanden. Doch sie sprechen nicht über sich, sie sprechen vielmehr für fühlende und leidende Lebewesen, die sich nicht in die Diskussion einmischen können, die aber alles was sie haben hergeben müssen für unser Wohlergehen: ihr ganzes Leben. Veganer und Tierschützer sind Anwälte der Tiere. Ich spüre auf einmal die Last, die auf deren Schulter liegt und dann bleibt ein Gefühl in mir stehen:

Ich schäme mich. Und das tut weh.

Tage später recherchiere ich endlich, wie wichtig Tier für unsere Ernährung ist. Und ich erschrecke. Es gibt nicht eins, nicht ein einziges Argument FÜR Fleischkonsum, das nicht entkräftbar wäre. Dafür hunderte dagegen. Fleischerzeugung verbraucht bis zu zehnmal soviel pflanzliches Material wie als wenn Pflanzen direkt gegessen würden. Nahrung aus Massentierhaltung kommt vor allem aus Drittländern. Vor allem Soja. Für Soja wird Regenwald abgeholzt. Man sagt, daß für einen Hamburger 4 m² Regenwald weichen müssen. Die ganze Landwirtschaft in dritte Welt-Ländern wird zerstört. Die Folge ist Hunger. Millionen Menschen verhungern, weil wir nicht auf unser billiges Schnitzel verzichten wollen. Die Meere werden leergefischt, darüber hinaus wird der Meeresgrund durch Schleppnetze unwiederbringlich vernichtet. Nur weil einmal ein Netz dadrüber reißt. Ich lerne, wie viel Schmerz auch Fische spüren.

Ich werde nie wieder Veganer und Tierschützer verspotten, denn ich verspotte damit nicht sie, sondern ich verspotte damit leidende Tiere und verhungernde Menschen. Ich verspotte damit den Regenwald. Ich verspotte damit die Zukunft unserer Kinder..."

- Marsili Cronberg - mehr